Prüfbericht KI-Kompetenz · 12. August 2026
KI-Schulungspflicht: was Artikel 4 verlangt, und was der Omnibus daran entschärft hat
Die Pflicht ist echt und gilt schon länger, als die meisten denken: seit dem 2. Februar 2025. Nur ist sie im Juli 2026 leiser geworden, und das hat kaum jemand mitbekommen. Betriebe müssen KI-Kompetenz seither fördern. Sie müssen kein bestimmtes Niveau garantieren und keine Zertifikate vorlegen. Der Unterschied entscheidet darüber, ob Sie einen Nachmittag brauchen oder ein Schulungsbudget.
Zuerst das Wichtigste. Wir sind keine Rechtsanwaltskanzlei und geben keine Rechtsberatung. Was wir können: die Regel in prüfbare Schritte übersetzen und Ihnen sagen, was sie für einen Betrieb Ihrer Größe praktisch heißt. Für eine verbindliche Auskunft brauchen Sie einen Anwalt, dafür gibt es uns nicht.
Was geprüft ist
Kontrolliert am 12. August 2026 am Verordnungstext und an der Änderung durch den Digital Omnibus. Die Abschwächung ist zwei Wochen alt; viele Ratgeberseiten geben noch den alten Stand wieder.
Die KI-Kompetenzpflicht nach Artikel 4 gilt seit dem 2. Februar 2025.
Sie ist keine Neuigkeit von diesem Sommer. Wer sie bisher nicht auf dem Schirm hatte, ist damit nicht allein. Sie kam zusammen mit den Verboten in Kapitel I und II und ging in deren Schatten unter.
Quelle: artificialintelligenceact.euSeit dem Digital Omnibus müssen Betriebe KI-Kompetenz nur noch fördern, nicht mehr ein Niveau garantieren.
Die Formulierung wurde ausdrücklich abgeschwächt: Anbieter und Betreiber sollen die Entwicklung von KI-Kompetenz bei ihrem Personal unterstützen, statt ein bestimmtes Kompetenzniveau sicherzustellen. Das ist der Unterschied zwischen „wir haben es erklärt und dokumentiert" und „wir müssen den Lernerfolg nachweisen".
Quelle: gibsondunn.comEs gibt kein vorgeschriebenes Zertifikat und keine vorgeschriebene Stundenzahl.
Die Verordnung nennt weder einen Anbieter noch einen Umfang noch eine Prüfung. Wer Ihnen ein Pflichtzertifikat verkauft, verkauft Ihnen etwas, das im Text nicht steht. Angebote mit Kammer-Zertifikat können trotzdem sinnvoll sein, als Weiterbildung, nicht als Erfüllung einer Formvorschrift.
Quelle: Art. 4 KI-VOBetroffen sind alle Mitarbeiter, die KI im Auftrag des Betriebs benutzen, auch die im Büro, die nur Texte schreiben lassen.
Der Zuschnitt geht nach Tätigkeit, nicht nach Abteilung. Wenn die Bürokraft Angebote von einer KI vorformulieren lässt, gehört sie dazu. Wenn der Monteur ein Übersetzungswerkzeug auf der Baustelle benutzt, auch. Das ist in kleinen Betrieben meist die halbe Belegschaft.
Quelle: Art. 4 KI-VOWir haben bei uns keine formale Schulung durchgeführt, bei zwei Gründern, die täglich damit bauen, wäre sie eine Formalie.
Das ist kein Vorbild für einen Betrieb mit fünfzehn Leuten, und wir geben es deshalb nicht als solches aus. Was wir aus dem Bau der Systeme für Kunden mitnehmen: Die wirksamste Unterweisung dauert eine Stunde, benutzt die eigenen Werkzeuge des Betriebs und besteht zur Hälfte aus Beispielen, was schiefgehen kann.
Eigener Stand am 12. August 2026
Wir verkaufen keine Schulungen. Der Ablauf gehört Ihnen.
Eine Stunde, die zählt
Das hier erfüllt den Zweck der Vorschrift und ist gleichzeitig das, was im Alltag wirklich hilft. Sie brauchen dafür keinen externen Anbieter.
01
Wer arbeitet womit
Gehen Sie die Liste durch: Wer benutzt welches KI-Werkzeug, wofür. Diese Liste brauchen Sie ohnehin für die Kennzeichnung, sie erledigt hier den zweiten Zweck gleich mit.
02
Eine Stunde, mit den eigenen Werkzeugen
Nicht abstrakt über KI reden, sondern das Werkzeug öffnen, das Ihre Leute wirklich benutzen. Was es gut kann, was es erfindet, woran man merkt, dass es erfindet. Diese eine Stunde ist mehr wert als ein Tagesseminar über Grundlagen.
03
Die zwei Sätze, die hängen bleiben
Erstens: Da geht nichts hinein, was einem Kunden gehört. Zweitens: Was herauskommt, liest ein Mensch, bevor es raus geht. Alles andere ist Ausschmückung.
04
Aufschreiben, dass es stattgefunden hat
Datum, Teilnehmer, Themen, eine halbe Seite. Nicht weil ein Nachweis vorgeschrieben ist, sondern weil eine Förderung, die niemand belegen kann, im Streitfall nicht stattgefunden hat.
Wer das hier schreibt
Wir haben die Kennzeichnungspflicht auf der eigenen Website umgesetzt, bevor sie galt, und zwar am 20. Juli, gut zwei Wochen vor dem Stichtag. Bei der Schulungspflicht können wir kein solches Beispiel vorweisen, weil die Gründer täglich selbst mit den Systemen arbeiten. Das steht oben im Prüfbericht offen, weil ein Beispiel, das man sich zurechtbiegt, kein Beweis mehr ist.
Was wir stattdessen anbieten können, ist die Erfahrung aus dem Bau: Wir haben Systeme für Hotels, Bauunternehmen, eine Kanzlei und ein Maklerbüro gebaut und dabei jedes Mal erlebt, an welcher Stelle Mitarbeiter mit KI zögern. Fast immer an derselben: Sie trauen dem Ergebnis nicht und prüfen deshalb alles doppelt, was die Zeitersparnis auffrisst. Genau das gehört in die Stunde.
Jede Architektur und jede Strategie kommt von Fabio Fornaro persönlich. Erst danach bauen über sechzig spezialisierte Agenten, jeder für genau eine Aufgabe. Unser erster Kunde sind wir selbst: Jedes System lief zuerst im eigenen Betrieb. Dahinter stehen 25 Jahre Vertrieb und Unternehmertum. Und den Betrieb kennen wir aus der Praxis: Jahre auf der Baustelle, lange bevor wir Software gebaut haben.
Wir verkaufen keine Schulungen. Der Ablauf gehört Ihnen.
Was Sie jetzt wahrscheinlich denken
„Gilt das für meinen Betrieb?"
Wenn Mitarbeiter im Auftrag Ihres Betriebs KI benutzen, ja. Es gibt keine Untergrenze nach Mitarbeiterzahl. Die gute Nachricht ist der Umfang: fördern statt garantieren.
„Brauche ich ein Zertifikat?"
Nein. In der Verordnung steht kein Zertifikat, kein Anbieter und keine Stundenzahl. Zertifikatskurse können trotzdem gut sein. Sie erfüllen nur keine Formvorschrift, weil es keine gibt.
„Was kostet mich das?"
In der Fassung oben: eine Stunde Arbeitszeit mal Anzahl der Beteiligten. Wenn Ihnen jemand dafür einen vierstelligen Betrag nennt, fragen Sie ihn, worauf sich die Pflicht stützt, die er damit erfüllt.
„Und wenn meine Leute das trotzdem nicht verstehen?"
Dann liegt es fast immer daran, dass abstrakt über KI geredet wurde statt am eigenen Werkzeug. Die Stunde funktioniert, wenn Ihre Leute ihre eigene Arbeit darin wiedererkennen. Das Angebot, das sie gestern geschrieben haben, nicht ein Beispiel aus einer Folie.
„Ihr verkauft doch selbst KI, also sagt ihr das."
Wir verkaufen Systeme, keine Schulungen. Das hier ist keine Leistung, die wir anbieten. Deshalb steht auf dieser Seite auch kein Kurs zum Kaufen, sondern ein Fahrplan, den Sie ohne uns gehen können.
Wenn Sie die Stunde nicht allein vorbereiten wollen
Sagen Sie uns, welche Werkzeuge Ihre Leute benutzen und was sie damit tun. Wir schicken Ihnen den Ablauf für die eine Stunde, zugeschnitten auf genau diese Werkzeuge, mit den Beispielen, an denen es in Ihrem Gewerk schiefgeht. Ohne Termin, ohne Verkaufsgespräch.
Wir verkaufen keine Schulungen. Der Ablauf gehört Ihnen.
Häufige Fragen
Seit wann gilt die KI-Schulungspflicht?+
Die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 der EU-KI-Verordnung ist seit dem 2. Februar 2025 anwendbar, zusammen mit den Verboten aus Kapitel I und II. Sie ist damit deutlich älter als die Transparenzpflichten, die erst seit dem 2. August 2026 gelten.
Was genau verlangt Artikel 4?+
Anbieter und Betreiber von KI-Systemen sollen die Entwicklung von KI-Kompetenz bei ihrem Personal unterstützen. Durch den am 27. Juli 2026 in Kraft getretenen Digital Omnibus wurde die Anforderung ausdrücklich abgeschwächt: Statt ein bestimmtes Kompetenzniveau sicherzustellen, müssen Betriebe dessen Entwicklung nur noch fördern.
Brauche ich ein Zertifikat für die KI-Kompetenz?+
Nein. Die Verordnung nennt weder ein Zertifikat noch einen Anbieter, eine Stundenzahl oder eine Prüfung. Angebote mit Kammer-Zertifikat sind als Weiterbildung sinnvoll, erfüllen aber keine Formvorschrift, weil keine besteht.
Wen im Betrieb betrifft die Pflicht?+
Alle, die im Auftrag des Betriebs KI-Systeme einsetzen, unabhängig von Abteilung oder Position. In kleinen Betrieben ist das häufig die halbe Belegschaft: die Bürokraft, die Angebote vorformulieren lässt, ebenso wie der Monteur, der ein Übersetzungswerkzeug auf der Baustelle nutzt.
Wie weise ich nach, dass ich die Pflicht erfüllt habe?+
Ein förmlicher Nachweis ist nicht vorgeschrieben. Sinnvoll ist trotzdem eine halbe Seite mit Datum, Teilnehmern und Themen der Unterweisung. Eine Förderung, die im Zweifelsfall niemand belegen kann, lässt sich schwer geltend machen.
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Geprüft am 12. August 2026 · Quelle neben jeder Aussage · keine Rechtsberatung